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Auf das Plakat in den Händen der Arbeiter: „Herrn Präsident, ich habe seit 5 Monaten kein Gehalt erhalten, was ist mit Ihnen?“
Während unsere Werktätigen in Elend und Armut leben, sogar ihre Arbeiterführer in Gefängnisse sitzen und gefoltert werden, der faschistische islamische Regime plündert das Land. Mittlerweile sind 3 Milliarden Dollar spurlos aus der Staatskasse verschwunden, bzw. auf deren privaten Konten im Ausland transferiert worden. Iranische Arbeiterschicht kann nur relative Freiheit bekommen wenn der faschistoide arbeiterfeindliche Islamische Regime in Iran verschwindet. Sozialdemokratische Partei Iran
Streikstag der ArbeiterInnen der Chemiewerk in Hafenstadt Mahschahr!
Samstag 12. Mehr
Am 14. Streiktag der Arbeiter des Chemiekomplexes sammelten sich die Streikenden wie die Tage zuvor vor dem Zentralbüro. Der Stellvertreter der Bürgermeister der Stadt erschien in dieser Versammlung und schlug den Arbeiter vor, den Streik zu beenden und ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Er begründetet nach dem letzten Streik sind wir den Streikenden entgegen gekommen und einige Forderungen der Arbeiter erfüllt worden. Nun sollen sie lieber zur Arbeit gehen. Die Arbeiter betonten dagegen vehement auf ihre Forderung und zwar auf die vollständige
Auflösung der Arbeitsaufträge mit Subunternehmer bzw. Zeitarbeitsfirmen, die im Auftrag der Mutterbetrieb in der tätig sind. Der Vertreter des Bürgermeisters sagte, dies sei eine Entscheidung, die durch das Ministerium für Ölindustrie getroffen werden kann und betrifft auch andere Wirtschaftszweige des Landes.
Er fügte hinzu, dass der Bürgermeister sich am Monatsende mit Stellvertreter des Ministers für Ölindustrie treffen würde und danach einige Verbesserungen für die Arbeiter bestimmt geben wird. Die Streikenden sagen dagegen, sie würden so lange bei ihrem Streik bleiben bis ein konkretes Angebot seitens der Behörden ihnen gemacht wird. Sie forderten die sofortige Rückgabe der Dienstausweise 3 ihrer Kollegen, die Gespräche mit dem Arbeitgeber führen.
Trotz vieler Versprechungen, die nach dem ersten Streik im Frühjahr den Arbeitern gemacht worden sind, konnten sie bisher nur 2 ihre Streikziele durchsetzten:
1.Regelmäßige und pünktliche Überweisung der Löhne( bisher erfolgte die Lohnauszahlung immer ein Monat später). 2. Die Nutzung der Betriebsklinik auch für die Beschäftigte, die unter einem Vertrag mit Subunternehmer stehen. Bisher hatten sie im Gegensatz zur Festangestellte kein Anspruch auf medizinischen Leistungen durch die betriebseigene klinik. Selbst im Falle eines Arbeitsunfalls mussten sie die Behandlungskosten selber zu tragen. Darüber hinaus wurde ihnen zugesagt, monatlich 40 Stunden Mehrarbeit ihnen zugerechnet. Der Arbeitgeber hat sich allerdings nur ein Monat an dieser Abmachung daran gehalten.
Die Festangestellte in der Petro-Chemiewerk in der Region Mahschahr haben einen Mindestlohn, der durch einen Tarifvertrag bestimmt ist. Sie bekommen Lohnzuschläge für (Überstunden, Nachtarbeit, Wochenende und Schichtzuschlag, etc.). Monatlich erhalten sie, je nach Dienstjahre und Qualifikation einen Lohn von 1,5( für Ungelernte) bis 2 Millionen Tuman für Facharbeiter. Dagegen beträgt das durchschnittliche Einkommen , eines Arbeiters, der keinen Tarifvertrag hat und im Auftrag einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt ist, für die gleiche Arbeit etwa 6 bis 8 Hundert Tausend im Monat. Dies bedeutet für sie durchschnittlich ein Drittel weniger Lohn für die gleiche Arbeit und unter wesentlich schlechteren Bedingungen.
29. Oktober – Behnam Ebrahimzadeh, Aktivist der Arbeiterbewegung und der Rechte für Kinder, wurde am 29.10. zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er sitzt seit einem Monat im berüchtigten Evin Gefängnis. In erster Instanz wurde er zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Ayat Niafar, einer der bekanntesten Arbeiteraktivisten, wurde am 17. Oktober in der Teheraner Metro verhaftet. Die Sicherheitskräfte haben ihn zu seiner Wohnung geschleppt und verschiedene private Sachen, darunter seinen PC, beschlagnahmt. Seitdem befindet er sich im berüchtigten Evin Gefängnis.
23. Oktober – Reza Shahabi, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft der Busbetriebe Teheran und Umgebung (Vahed), hat sich in einem Brief an den Staatsanwalt wegen seines gesundheitlichen Zustands und Bedrohung seiner Familienmitglieder beschwert. In seinem Brief hat er sich auch über die Ungewissheit bzgl. des weiteren Prozessverlaufs beschwert. Obwohl er vor vier Monaten nach der Hinterlegung einer Kaution freikommen sollte, sitzt er nach wie vor in Haft. Nach Angaben sicherer Quellen, versucht der Haftrichter neue Vorwürfe gegen ihn zu erheben, um seine Freilassung zu verhindern. Die neuen Vorwürfe lauten nicht mehr „gewerkschaftliche Aktivitäten“ sondern „Aktivitäten zum Sturz des Regimes“.
Die Arbeitsunfälle gehören zum Alltag der Werktätige im Iran.
Montag den 24 Oktober
Tod eines Straßenbauarbeiters
Raschid Zand Karimi ein 52 jähriger Straßenbauarbeiter ist während der Arbeit unter einer Straßenwalze gekommen und wurde überrollt. Der Familienvater erlag seiner Verletzung auf dem Weg ins Krankenhaus.
Die Arbeitsunfälle gehören zum Alltag der Werktätige im Iran. Täglich erreichen uns die Meldungen über tragische Arbeitsunfälle aus dem ganzen Land. Das Arbeitsministerium und zuständige Behörden schweigen über diese Ereignisse nach wie vor und ergreifen keine systematische Initiativen das Leben der Arbeiter zu schützen bzw. diese Unfälle zu reduzieren.
Tod 3 der Arbeiter nach einer Explosion!
Dienstag 26 Oktober
Drei Schweißarbeiter sind in Folge einer Explosion, die durch eine Chemikalientanker zustande kam, ums Leben gekommen. Masut ist eine Hochexplosive Chemikalie, die für Herstellung von Asphalt eingesetzt wird. Laut Angaben der Feuerwehr haben die Arbeiter ungeachtet der Gefahr an einem diesen Behälters, der bis zu 20000 Liter Mazut beinhaltet, Schweißarbeiten durchgeführt. In diesem Betrieb in Pakdascht gibt es insgesamt 5 solcher Tanker. Als der Tanker explodierte, waren die Schweißer damit beschäftigt ein Leck in einem anderen Tanker zu reparieren. Der Einsatzleiter der Feuerwehr nannte die Ursache der Explosion erhebliche Mängel der Sicherheitsmaßnahme an dem Arbeitsplatz und fahrlässiger Umgang mit gefährlichen Stoffen in diesem Betrieb.
Donnerstag den 26 . Oktober
Tod eines Arbeiters im Aufzug
Während der Installationsarbeiten eines Aufzuges an einem Hochhaus in Teheran ist plötzlich die Aufzugkabine aus dem 10. Stock nach unten gestürzt und dabei ein Arbeiter, der sich noch im Aufzug befand, ums Leben gekommen. Dieses Unglück ereignete sich am Donnerstag den 26. Oktober in der Atar Straße in der iranische Hauptstadt Teheran.
Tod eines jungen Arbeiters!
Sontag den 2 Oktober
Ein 26 jähriger afganische Kriegsflüchtlinge, der im Iran als Bauarbeiter lebt, ist am Samstag während der Arbeit in eine 65 Meter tiefe gestürtz und ist dabei ums Leben gekommen. Diese Tragödie ereignete sich bei den Bauarbeiten in Amir Aalam Krankenhaus in Teheran. Die Afganischen Kriegsflüchtlingen im Iran arbeiten unter äußerst schwierigen Bedingungen und sind von allen gesetzlichen und arbeitsrechtlichen Schutzmaßnahmen ausgeschlossen. Darüber hinaus sind sie schutzlos der Razzien der Polizei und ständige Repressalien der Behörden ausgesetzt.
Selbstmord eines Arbeiters am Arbeitsplatz!
Am Samstag den 2. Oktober beendete Ezat Monjezi, ein Arbeiter der Karun Agro-Industrie- Corporation ( Zuckerrohrfabrik ) in Schuschtar sein leben. Er gehörte zum Wachpersonal der Firma und war zum Zeitpunkt seines Suizids erst 45 Jahre alt.
Erneuter Aufstand der Petro-Chemie Beschäftigten
26. September – Die erste Welle der Arbeitskämpfe der Petro-Chemie Beschäftigten hat im März 2001 stattgefunden. Nach tagelangen Arbeitskämpfen hat der Arbeitgeber versprochen, dass binnen sechs Monaten die Forderungen der Streikenden, darunter die Umwandlung der Leiharbeitsverhältnisse in direkte Beschäftigung beim Arbeitgeber, erfüllt werden. Als diese Frist verstrich und den Forderungen nicht nachgekommen wurde, traten 6.500 Beschäftigte in einen unbefristeten Streik. Diesmal sind in der gesamten Petro-Chemie Brache die Beschäftigten in den Streik getreten. Die Beschäftigten haben die Produktion eingestellt und sich jeden Tag im Stadtzentrum versammelt.
Am zwölften Tag des Streiks hat ein Vertreter des Stadthalters (ehemaliger Kommandeur der Revolutionsgardisten) versucht, einerseits mit dem Versprechen die Angelegenheit vor das Parlament zu tragen die Protestierenden, zu beschwichtigen, andererseits jedoch gedroht dass die Weiterführung des Streiks Konsequenzen haben kann. Am 13. Tag hat der Stadthalter selbst versucht den Streik zu beenden. Er argumentierte, dass die verlangten Veränderungen eines landesweiten Gesetzes bedürften und daher die Umsetzung nicht in seiner Hand läge. Dieser Versuch scheiterte ebenfalls. Parallel zu diesen Versuchen ist zu beobachten, dass die Machthaber mit allen ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln versuchen die Verbreitung dieser Nachrichten zu verhindern. Letztendlich, nach 15 Tagen, haben die Streikenden dem Arbeitgeber eine zweimonatige Frist gegeben, die Forderungen zu realisieren.
Da die Forderungen der Petro-Chemie Arbeiter eine Forderung ist, die in fast allen Großindustriebereichen im gesamten Land bereits existieren, kann es bei Nichterfüllung jederzeit zu breiteren Arbeiterprotesten kommen.
Der Einsatz der Sicherheitskrfäte in Ahwaz gegen die Arbeiterversammlung!
Als am Sonntag den 17. Oktober über 150 Arbeiter der Metall und Stahlwerk in Ahwaz zu einem Protestaktion vor dem Rathaus in der Palestina Straße versammelten, wurden sie von den Sicherheitskräften aufgefordert, umgehend ihre Aktion zu beenden und sofort den Platzt zu verlassen. Die Arbeiter weigerten sich und wollten unbedingt ihre Aktion fortsetzen. Nach weiteren verbalen Auseinandersetzungen haben die Sicherheitskräfte der Stadt die Demonstranten gewaltsam angegriffen. Die Teilnehmer dieser Aktion trugen mit sich Transparenten mit dem Schriften: Wir bekommen seit 24 Monaten keinen Lohn, wie soll es mit unseren Familien weitergehen?
Protestversammlung der Saisonarbeiter in Karun !
Über 200 Landarbeiter, die als Zeitarbeiter in der Rohrzuckerplantagen in Schuschtar arbeiten haben aus einer Protestaktion ihre Arbeit niedergelassen und versammelten sich vor dem Eingangtor des Fabrikgeländes. Obwohl sie seit Jahren als Feldarbeiter zur Erntezeit in dieser Firma beschäftigt sind, werden ihre Dienstjahre von der Rentenversicherungsamt nicht anerkannt. Sie zählen nach wie vor als Saisonarbeiter und werden am Ende der Erntezeit, entlassen. Sie bekommen bis zur nächsten Wiedereinstellung im folgendem Jahr weder Arbeitslosengeld und noch sind sie krankenversichert.
Streik der Arbeiter der Flarak Betrieb!
Dienstag 27 September
Die Arbeiter des Betriebs Flarak, ein Betrieb in der Nähe von Kamyaran ( Kurdestan ), der in Landwirtschaft für Bewässerungsanlagen tätig ist, haben erneut ihre Arbeit niedergelassen. In diesem Betrieb sind etwa 100 Personen beschäftigt, die seit 5 Monaten kein Gehalt mehr erhalten. Im ihrem ersten Streik am 24 und 25 September haben sie verhindert, dass die Leitung der Firma und die Fahrzeuge das Firmengelände zu betreten bzw. es zu verlassen.
Koordinationskomitee zur Gründung der unabhängigen Gewerkschaften
V.i.S.d.P.: Nosrat Taymoorzadeh
nosrat_taymo@yahoo.de
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