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26.09.2011

Faschistisch, Terroristische Regime der Islamisten in Iran nach erhalt der lösegeld, lässte die Geiselfrei.US-Wanderer schildern Horror in Irans Gefängnissen



Heimkehr nach 781 Tagen Haft
US-Wanderer schildern Horror in Irans Gefängnissen

AP

Ex-Geiseln Fattal (Mitte), Bauer (r.) und Shourd: "schlimmste Erfahrung unseres Lebens"
Sie wurden in Isolationshaft gehalten, mussten die Schreie der Mitgefangenen anhören und durften ihre Angehörigen kaum kontaktieren: Nach 781 Tagen hat Iran zwei US-Wanderer freigelassen, inzwischen sind sie in den USA angekommen - und berichten von der "schlimmsten Erfahrung ihres Lebens".


New York - Mehr als zwei Jahre saßen sie in iranischen Gefängnissen, nun haben Josh Fattal und Shane Bauer von ihrer Leidenszeit berichtet - und schwere Vorwürfe gegen das Regime in Teheran erhoben. Beide sehen sich als Opfer einer "Geiselnahme" aufgrund ihrer Nationalität. "Es war uns von Anfang an klar, dass wir Geiseln waren", sagte Fattal am Sonntag in New York.

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Zusammen mit Bauer, ebenfalls 29 Jahre alt, schilderte er auf einer Pressekonferenz Szenen aus der Gefangenschaft, die sie als "Alptraum" bezeichneten. Das Duo war am vergangenen Mittwoch von den iranischen Behörden freigelassen worden .
Nahezu die gesamte Zeit hätten sie in "vollständiger Isolation" in einer neun Quadratmeter großen Zelle zugebracht. Sie hätten insgesamt nur 15 Minuten mit ihren Familien sprechen und einen kurzen Besuch ihrer Mutter bekommen können. Regelmäßig habe man ihnen ohne erkennbaren Grund die Augen verbunden.

"Die Einzelhaft war die schlimmste Erfahrung unseres Lebens", sagte Fattal. Schlimm seien auch die Schreie anderer mit Schlägen traktierter Gefangener im Teheraner Evin-Gefängnis gewesen. Um an der Isolation nicht zu zerbrechen, hätten sie sich selbst ein Trainingsprogramm zusammengestellt, so Fattal und Bauer. Dieses habe sportliche Übungen, aber auch Diskussionen über Literatur und Quizfragen umfasst.

Bei ihrer Festnahme am 31. Juli 2009 in den Bergen an der irakisch-iranischen Grenze hätten sie sich auf einer Wanderung befunden, so Bauer. Einen illegalen Grenzübertritt, wie von Teheran behauptet, hätten sie nicht im Sinn gehabt. "Wir wissen nicht, ob wir die Grenze überquert haben. Wir werden es wahrscheinlich nie wissen. Aber selbst wenn wir den Iran betreten haben, dann war das nie der Grund für die iranischen Behörden, uns so lange festzuhalten."

Stattdessen vermutet Bauer die US-Staatsbürgerschaft als Hintergrund der Festnahme: "Wir wurden aufgrund unserer Nationalität festgehalten."

Fattal sagte, die Bezeichnung "Geiselnahme" treffe zu, "denn obwohl eindeutig klar war, dass wir unschuldig waren, hat der Iran unseren Fall stets mit seinen politischen Auseinandersetzungen mit den USA verknüpft." "Wir mussten mehrfach in den Hungerstreik treten, nur um in der Lage sein, Briefe von unseren Lieben zu erhalten", sagte Fattal, der vor seiner Festnahme im US-Bundesstaat Oregon im Bereich nachhaltige Entwicklung arbeitete.

Als "Ironie" bezeichnete Bauer es, dass er, Fattal und dessen Verlobte Sarah Shourd, die ebenfalls festgenommen wurde, Gegner der "feindseligen" US-Politik gegenüber dem Iran seien.

Plötzliche Freilassung nach mehr als zwei Jahren Haft


Fattal und Bauer verbrachten insgesamt 781 Tage in iranischer Haft. Im August hatte sie das Teheraner Revolutionsgericht wegen Spionage und illegalen Grenzübertritts sogar zu acht Jahren Gefängnis verurteilt . Bauers Verlobte Shourd war aus gesundheitlichen Gründen bereits im September 2010 freigekommen .
Die Lehrerin, Autorin und Frauenrechtlerin hatte Bauer, der fließend Arabisch spricht, in den USA während einer Demonstration gegen den Irakkrieg kennengelernt. Gemeinsam waren sie 2008 nach Damaskus gezogen. Dort hatten sie 2009 den Lehrer und Umweltaktivisten Fattal kennengelernt.

Nach ihrer Freilassung hatten sich die beiden Männer zunächst im Sultanat Oman aufgehalten, von wo aus sie am Sonntag nach New York flogen. Oman war in dem Fall als Vermittler tätig und zahlte die von der iranischen Justiz verlangte Kaution von insgesamt 800.000 Dollar für die Freilassung.


jok/AFP/dpa http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,788311,00.html

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letzte Änderungen: 24.5.2016 9:09