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Wütender Protest zum Neujahrsfest in München


Sie schreien ihre Wut hinaus: "Nieder mit der Islamischen Republik!", "Demokratie für den Iran!"; auf den T-Shirts und Transparenten steht "Stoppt Hinrichtungen im Iran" und "Wir fordern Pressefreiheit". Etwa 80 Exil-Iraner - die Polizei spricht später von 45 - haben sich am Freitagabend am Promenadeplatz versammelt, schräg gegenüber des Bayerischen Hofs - "wir wären gern näher dran", sagt eine Teilnehmerin, "aber das hat die Polizei verboten." Das Hotel ist deutlich stärker gesichert als sonst. An diesem Abend hat das iranische Konsulat zum Empfang geladen, um das persische Neujahrsfest zu feiern. "Wir wollen deutlich machen: In München ist kein Platz dafür", sagt die Demonstrantin.


Holocaust-Leugner, eine Diktatur, ein Unrechtsregime - das alles haben sie der Leitung des Hotels gesagt, und ob das Haus denn wirklich seinen guten Ruf gefährden will. Innegrit Volkhardt reagiert freundlich, wenn auch nur mit einerknappen Erklärung: Das Hotel unterhalte guten Kontakte zu allen Konsulaten international anerkannter Staaten und verhalte sich politisch neutral. Außerdem sei es rechtlich nicht möglich gewesen, den einmal geschlossenen Vertrag einfach so wieder zu kündigen. Das empört die Demonstranten: "Hätte sie höchstens eine kleine Strafe gekostet."

So wollen sie wenigstens Präsenz zeigen. Es ist zum ersten Mal, dass sich die unterschiedlichen Organisationen der Exil-Iraner zu einer Aktion zusammengefunden haben, die "Münchner Hilfe für Iran", die Solidaritätsbewegung für Kurdistan, die Monarchisten und andere. Dabei zeigt sich die Schwierigkeit, den Protest effektiv zu bündeln: Wenn zum Beispiel die Monarchisten ihre Flagge schwenken, wollen die anderen partout nicht mit aufs Foto.

122 Namen werden verlesen; Menschen, die seit den Protesten gegen die Wahlen verurteilt und hingerichtet wurden. Währenddessen treffen auf der anderen Seite des Platzes die Gäste ein: Rund 100 Geladene, die Anwesenheit der Presse ist nicht erwünscht. Mehr ist nicht zu erfahren.

Stephan Handel



http://www.sueddeutsche.de/I56382/3259768/Wuetender-Protest-zum-Neujahrsfest.html

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letzte Änderungen: 24.5.2016 9:09