Holocaust-Leugner, eine Diktatur, ein Unrechtsregime - das alles haben sie der Leitung des Hotels gesagt, und ob das Haus denn wirklich seinen guten Ruf gefährden will. Innegrit Volkhardt reagiert freundlich, wenn auch nur mit einerknappen Erklärung: Das Hotel unterhalte guten Kontakte zu allen Konsulaten international anerkannter Staaten und verhalte sich politisch neutral. Außerdem sei es rechtlich nicht möglich gewesen, den einmal geschlossenen Vertrag einfach so wieder zu kündigen. Das empört die Demonstranten: "Hätte sie höchstens eine kleine Strafe gekostet."
So wollen sie wenigstens Präsenz zeigen. Es ist zum ersten Mal, dass sich die unterschiedlichen Organisationen der Exil-Iraner zu einer Aktion zusammengefunden haben, die "Münchner Hilfe für Iran", die Solidaritätsbewegung für Kurdistan, die Monarchisten und andere. Dabei zeigt sich die Schwierigkeit, den Protest effektiv zu bündeln: Wenn zum Beispiel die Monarchisten ihre Flagge schwenken, wollen die anderen partout nicht mit aufs Foto.
122 Namen werden verlesen; Menschen, die seit den Protesten gegen die Wahlen verurteilt und hingerichtet wurden. Währenddessen treffen auf der anderen Seite des Platzes die Gäste ein: Rund 100 Geladene, die Anwesenheit der Presse ist nicht erwünscht. Mehr ist nicht zu erfahren.
Stephan Handel
http://www.sueddeutsche.de/I56382/3259768/Wuetender-Protest-zum-Neujahrsfest.html
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