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Rohstoffe Kerosinüberhang schwebt über Ölmarkt • Rohstoffe Hypernervöser Ölhandel erreicht Rekordumsatz



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Geschuldet sei das der geringen Qualität des Öls und des vergleichbar hohen Preises, das die staatliche Ölgesellschaft NIOC auf dem Markt durchsetzen wolle, schreiben die IEA-Experten in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht. Viele Kunden der Iraner hätten ihre Kontrakte gekündigt. Der wichtigste Käufer China habe die Lieferungen gekürzt. "Die schwimmenden Vorräte könnten solange weiter steigen, bis die Raffinerien nach ihrer Produktionsumschichtung wieder mehr nachfragen", heißt es im IEA-Bericht.
Iran befindet sich wirtschaftlich in einer schwierigen Lage. Wegen Sanktionen der Vereinten Nationen und der USA stellten mehrere Händler ihre Benzinlieferungen ein. Dazu zählten Shell, Vitol, Trafigura, Reliance, Lukoil und Glencore. Chinesische Unternehmen wie CNPC und Sinopec versuchen, die Lücke zu füllen. "Doch der Rückzug der Partner dürfte dem Land Kopfzerbrechen bereiten. Und das gerade dann, wenn es mit anschwellenden Floating Storage konfrontiert ist", führten die Experten der IEA aus.
Für Kritiker der Ölpreisrally ist das Überangebot des Iran ein weiterer Beleg dafür, dass der Markt überversorgt ist. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) pumpte im April 29,03 Millionen Barrel pro Tag. Das sind 40.000 Barrel mehr als im Vormonat. Iran weitete die Förderung um 70.000 auf 3,75 Millionen Barrel täglich aus.
Gleichzeitig bleibt die Nachfrage in den Industrieländern verhalten. In den USA wurden in der Woche zuletzt 15,1 Millionen Barrel täglich an Benzin, Kerosin und Destillaten verbraucht. Das ist laut Barclays Capital der tiefste Durchschnittswert für April seit 2003. Die jüngsten Zahlen des US-Energieministeriums bestätigen den Trend: Die privaten Benzinbestände legten um 1,9 auf 362,5 Millionen Barrel zu. Damit befinden sie sich am oberen Ende des saisonalen Durchschnitts, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

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Der Überhang lässt sich an der Preiskurve ablesen. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Mittwoch 76,33 $ je Fass. Der Kontrakt zur Lieferung im Juni notiert mit einem Abschlag von knapp 4 $ zum Juli-Future. Beim Nordseeöl Brent beträgt die Differenz 1,15 $. Bezeichnet wird diese Konstellation als "Contango". Sie ist ein Indiz dafür, dass sich Lagerhaltung lohnt. Marktteilnehmer haben Anreize, Öl zu bunkern und später auf Termin zu verkaufen.
"Wer das finanzieren kann, dem sind astronomische Erträge sicher, wenn sie auf das Jahr hochgerechnet werden. Warum sollen Raffinerien das Öl in Produkte umwandeln, wenn sie es einfach lagern und warten können", sagt Dennis Gartman, Herausgeber des Gartman Letter. Stephen Schork, Herausgeber des Schork Report, rechnet damit, dass die Wall Street einspringt: "Die Finanzwelt wird den Preis nach oben treiben. Sie wird dafür Gründe wie China anführen. Das tat sie bereits 2008."
Mitverantwortlich für das große WTI-Contango sind die hohen Lagerbestände in Cushing. Der kleine Ort in Oklahoma ist Lieferpunkt für das amerikanische Rohöl. Wegen großer Zuflüsse aus Kanada und der Golfküste schwellen die Lager an. Laut dem US-Energieministerium klettertem sie in der Woche bis zum 7. Mai um 0,8 auf 37 Millionen Barrel. "Der Aufbau wird sich noch solange fortsetzen, bis die physische Nachfrage anzieht", sagte Kyle Cooper, Experte beim Beratungshaus IAF Advisors. Die Kapazitätsgrenze sei noch weit entfernt. Bis zu 52 Millionen Barrel könnten in Cushing gespeichert werden, so Cooper.
"WTI hat das gleiche Problem wie Anfang 2009. Es sieht billig aus. Doch wegen der Contango-Struktur kann es nur teuer gekauft werden", sagt Olivier Jakob, Managing Director beim Researchhaus Petromatrix. Damit bezieht er sich auf Indexfonds. Sie sind stets im vorderen Kontrakt investiert und rollieren am Laufzeitende in den nächsten Kontrakt. Bei einer "Contango-Struktur" erzielen sie Rollverluste.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/rohstoffe/:rohstoffe-iran-wird-sein-oel-nicht-los/50113640.html

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letzte Änderungen: 3.5.2012 16:06