(Hintergrund - Chronologie) Zwischen Freundschaft und Eiszeit - die Beziehungen USA-Iran
Hamburg (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat dem Iran nach rund 30 Jahren diplomatischer Eiszeit einen Neubeginn der Beziehungen angeboten. Eine Chronologie des wechselvollen Verhältnisses:
1953: Mit Hilfe des britischen und des amerikanischen Geheimdienstes wird der iranische Ministerpräsident Mohammed Mossadegh gestürzt.
1966: Mit massiver Unterstützung der USA wird Iran zur stärksten Militärmacht am Persischen Golf aufgerüstet.
1979: Der Schah geht auf Anraten seiner US-Berater ins Exil. Ajatollah Khomeini ruft die Islamische Republik Iran aus. Am 4. November besetzen Studenten die US-Botschaft in Teheran, nehmen 52 Amerikaner als Geiseln und fordern die Auslieferung des Schahs. Als Reaktion verhängt Washington Sanktionen gegen den Iran.
1980: Die Geiselnahme endet nach 444 Tagen. Ein Militäreinsatz zur Befreiung der Amerikaner war gescheitert. Im September greift Iran den Irak an. Im achtjährigen Golfkrieg beliefern die USA beide Länder mit Waffen und schlagen sich schließlich auf die Seite des Iraks.
1984: Nach Terroranschlägen auf US-Soldaten und die Botschaft in Libanon erklärt US-Präsident Ronald Reagan das iranische Mullah- Regime zum «Sponsor des internationalen Terrorismus» und verschärft die Sanktionen.
1985/1986: In Geheimgesprächen sichert Washington Teheran Waffenlieferungen zu, im Gegenzug sollen amerikanische Geiseln im Libanon befreit werden. Mit den Gewinnen finanzieren die USA Rebellen in Nicaragua. Der Iran-Contra Skandal bringt die US-Regierung in Bedrängnis.
1988 - Ein US-Kriegsschiff schießt einen iranischen Airbus über dem Golf ab, alle 290 Passagiere sterben.
1995: Wegen angeblicher Terrorunterstützung und dem Streben nach Massenvernichtungswaffen verhängt US-Präsident Bill Clinton ein umfassendes Handelsembargo gegen den Iran.
2001: Der US-Geheimdienst CIA bezichtigt Teheran, insgeheim ein Atomwaffenprogramm zu verfolgen.
2002: Präsident George W. Bush bezeichnet den Iran, den Irak und Nordkorea als «Achse des Bösen». Washington würde nicht tatenlos zusehen, wenn diese Länder versuchten, die USA mit Massenvernichtungswaffen zu bedrohen.
2003: Nach einem Erdbeben in der historischen Stadt Bam lockern die USA vorübergehend das Embargo und leisten humanitäre Hilfe.
2004: Auf Drängen der EU verzichtet der Iran auf sein Programm zur Urananreicherung. Die USA misstrauen den Zusagen Teherans. Bush droht kaum verholen mit einem Militärschlag gegen den Iran.
2007: Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak führen die USA und der Iran erstmals seit fast drei Jahrzehnten wieder offizielle Gespräche. Einen Durchbruch gibt es nicht.
2008: Der Iran testet angesichts eines möglichen Militärschlags der USA oder Israels bei einem Großmanöver neun Raketen. Das sei eine Warnung an die Feinde Irans, heißt es in Teheran. dpa pk/sr xxzz w4 k6 jf 211529 Mrz 09
2303.2009
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