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Ehud Barak zu Iran: Israel will keinen Krieg


Deutsch Türkische Nachrichten | Veröffentlicht: 08.11.11, 14:56

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat am Dienstag Spekulationen zurückgewiesen, Israel plane einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen. Man habe sich noch lange nicht für irgendeine militärische Operation entschieden.


„Krieg ist kein Picknick. Wir wollen ein Picknick. Wir wollen keinen Krieg“, sagte Barak dem israelischen Radio, kurz bevor in dieser Woche die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ihren Bericht über die nukleare Aktivität des Iran veröffentlichen will, berichtet „Zaman“.

Spekulationen der israelischen Medien, er und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hätten sich bereits für eine militärische Vorgehensweise gegen den Iran entschieden, wies er zurück und bezeichnete entsprechende Ideen als „wahnhaft“. Gleichzeitig betonte er, so meldet das Blatt, Israel müsse für „unangenehme Situationen“ gewappnet sein – schließlich sei das Land für die Wahrung seiner eigenen Sicherheit verantwortlich. Man müsse sich alle Optionen offen halten, um Teherans nukleare Ambitionen zu zügeln.

Für den IAEA-Bericht wird allgemein erwartet, dass sich der Verdacht bestätigen wird, dass der Iran versucht, Atomwaffen zu produzieren – trotz eigener Aussagen, das Programm zur Urananreicherung solle nur der Stromerzeugung dienen.

Barak hofft, dass der UN-Sicherheitsrat, sollte dies der Fall sein, neue härtere Sanktionen gegen den Iran beschließen wird: „Es ist wahrscheinlich die letzte Gelegenheit für koordinierte, internationale Sanktionen, um die tödliche Kraft des Iran zu stoppen“, sagte Barak und forderte Schritte, um die Ein-und Ausfuhr von iranischem Öl sowie Mineralölerzeugnissen zu stoppen. Solche Schritte erforderten aber „die Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten, Europas, Indiens, Chinas und Russlands“. Er „glaube nicht, dass es möglich sein wird, eine solche Koalition zu bilden“.

Der Gefahr eines möglichen katastrophalen Gegenschlags durch Raketenangriffe von Teheran und seinen palästinensischen Verbündeten Hamas und der libanesischen Hisbollah ist sich Barak bewusst. „Es gibt keine Möglichkeit, Schaden zu verhindern. Es wird nicht angenehm sein“, sagte Barak. „Es gibt kein Szenario für 50.000, 5.000 oder – wenn alle in ihren Häusern bleiben – vielleicht nicht einmal 500 Tote.“

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