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Mahmud Ahmadinedschad und Ajatollah Chamenei: Neue Proteste gegen Irans Führung

Regimegegner skandieren Parolen gegen Irans Regierung, Polizisten setzen Schlagstöcke und Tränengas gegen die Demonstranten ein, die Universität ist umstellt: Im Zentrum von Teheran kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften.

Teheran - Iranische Sicherheitskräfte prügeln in Teheran auf Demonstranten ein: Auf dem Platz Ferdowsi im Zentrum der Hauptstadt ist die Polizei am Montag massiv gegen Anhänger der Opposition vorgegangen. "Die Polizei setzt Schlagstöcke ein, um die Demonstranten zu zerstreuen", berichtete ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Leute skandieren Parolen gegen die Regierung." An einem anderen Platz in Teheran soll es ebenfalls zu Auseinandersetzungen gekommen sein. Die Polizei setzte auch Tränengas ein. Zwei Frauen wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters bereits in Gewahrsam genommen. Im Zentrum Teherans sei es zudem nicht mehr möglich, mit Handys zu telefonieren.

Die Sicherheitskräfte hatten zuvor nach Angaben von Augenzeugen die Universität von Teheran umstellt, um Proteste der Opposition zu verhindern. Sie errichteten auch Straßensperren, um den Zugang zum Campus zu kontrollieren. Laut Augenzeugenberichten musste jeder, der auf das Uni-Gelände wollte, seinen Ausweis vorzeigen. Die Hochschule war bereits früher Schauplatz von Demonstrationen gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad.


Iran begeht am Montag den Jahrestag des Todes dreier Studenten im Jahr 1953. Die Regierung hatte bereits befürchtet, dass die Opposition Veranstaltungen an dem Jahrestag dafür nutzt, ihre Proteste gegen die Präsidentenwahl im Juni fortzusetzen.

Irans Führung hat angekündigt, hart dagegen vorzugehen. Der Tag des Studenten dürfe nicht für Proteste gegen Ahmadinedschad "missbraucht" werden. Zudem verhängte die Führung ein dreitägiges Arbeitsverbot für internationale Medienvertreter in der Innenstadt Teherans. Damit soll eine Berichterstattung über Proteste unterbunden werden.

Auf Websites und sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter waren bereits Aufrufe von Studenten und Oppositionsvertretern zu Versammlungen und Protesten gegen Ahmadinedschad verbreitet worden.

Die Polizei und auch die Revolutionsgarde drohten am Samstag mit einem "konsequenten Vorgehen" bei Protesten. Oppositionsführer Hossein Mussawi rief seine Anhänger deshalb zu Zurückhaltung auf.

Nach dem umstrittenen Ergebnis der Präsidentenwahl im Juni, bei der Amtsinhaber Ahmadinedschad trotz Einspruchs der Opposition zum Sieger erklärt worden war, war es in Teheran und anderen Städten des Landes zu Protestkundgebungen gegen Wahlfälschung gekommen. Beim gewaltsamen Vorgehen der Polizei kamen mehrere Demonstranten ums Leben, mehr als 80 Oppositionelle wurden inzwischen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Zudem wurden mindestens fünf Todesstrafen verhängt.

als/dpa/AP/AFP/Reuters
spiegel

07.12.2009

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letzte Änderungen: 24.5.2016 9:09