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Iranerin darf wegen Nacktfotos nicht zurück in Heimat

Weil sie vor einer Kamera teilweise die Hüllen fallen ließ, darf eine Schauspielerin nun nicht mehr in ihr Heimatland, den Iran, einreisen. Golshifteh Farahani ist die erste Iranerin, die es in die erste Liga der Hollywood-Stars schaffte und unter anderem mit Leonardo DiCaprio und Russel Crow vor der Kamera stand. Jetzt wurde ihr per Post aus Teheran mitgeteilt, dass sie nicht mehr willkommen sei, weil man sie für unmoralisch hält.
Für den Kurzfilm "Corps et Âmes" (Körper und Seelen) des französischen Regisseurs Jean-Baptiste Mondino sowie für das Magazin "Madame Le Figaro" ließ Farahani gemeinsam mit anderen jungen Schauspielerinnen und Schauspielern die Hüllen fallen (den Ausschnitt aus dem Film siehst du im Storyvideo). Wie die britische "Daily Mail" berichtet, erhielt Farahani wenige Tage nach der Veröffentlichung eine Mitteilung der iranischen Regierung, dass ihr die Einreise in ihr Heimatland ab sofort verweigert würde.
Die 29-Jährige stand als erste Iranerin in einer großen Hollywood-Produktion vor der Kamera. In "Der Mann, der niemals lebte" spielte sie 2008 unter der Regie von Ridley Scott die Freundin von DiCaprio, der einen CIA-Agenten verkörpert. Zuletzt stand Farahani, die bereits seit einigen Jahren in Paris lebt, für den Film "Huhn mit Pflaumen" vor der Kamera.
Shootingstar im iranischen Kino
Die Karriere der Tochter eines bekannten Schauspielers und Regisseurs aus Teheran begann bereits als Kind. Mit sechs Jahren stand sie erstmals vor der Kamera, mit 14 gelang ihr der Durchbruch und sie wurde zum Shootingstar des iranischen Kinos. International begeisterte sie im iranischen Oscar-Beitrag "M for Mother" sowie in Asghar Farhadis mehrfach ausgezeichnetem Werk "Alles über Elly".
Ihr Heimatland verließ sie allerdings bereits vor einigen Jahren, nachdem sie aufgrund ihrer Rolle in "Der Mann, der niemals lebte" von den iranischen Behörden massiv unter Druck gesetzt worden war. Man beschuldigte sie der Zusammenarbeit mit der CIA und verweigerte ihr kurzzeitig sogar die Ausreise. Daraufhin entschloss sich Farahani, nach Paris zu ziehen. In einem Interview mit der BBC sagte sie: "Die Art und Weise, wie man mich damals behandelt hat, und das Misstrauen, welches mir von den Behörden entgegengebracht wurde, hat mir das Herz gebrochen."
Nacktfoto polarisiert im Web
Das offenherzige Foto aus "Madame Le Figaro" hat sie mittlerweile auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht. Die Reaktionen in der iranischen Blogger-Gemeinschaft fielen allerdings sehr unterschiedlich aus. Während einige sie als "schamlos" titulierten, lobten andere ihren Mut, wie die "Huffington Post" berichtet. "All jene, die sich jetzt in ihrem Stolz verletzt fühlen, sollen nicht so eifersüchtig sein, sondern sich an der Schönheit dieses mutigen Mädchens erfreuen", twitterte Blogger Amir Fakhravar.
Einige Mitglieder der Oppositionsbewegung im Iran fürchten allerdings, diese "radikale Aktion könnte zu Sanktionen gegenüber der friedlichen Opposition führen", heißt es in einem anderen Blog. Man befürchte nun eine Hetzjagd gegen jene, die sich für die Rechte der Frauen im Iran einsetzen. Golshifteh Farahani selbst hat sich zu dem Einreiseverbot noch nicht geäußert. Ihre Website befindet sich zurzeit "under construction".
mbr

www.krone.at/Nachrichten/Iranerin_darf_wegen_Nacktfotos_nicht_zurueck_in_Heimat-Einreiseverbot-Story-308736

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letzte Änderungen: 23.12.2015 9:18