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Urananreicherung Iran signalisiert Einlenken im Atomstreit


Iran signalisiert Einlenken im Atomstreit
Teheran/Washington. In den Konflikt um das iranische Atomprogramm kommt überraschend Bewegung. Nach massivem internationalem Druck will die iranische Führung im Atomstreit offensichtlich einlenken, wie der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Dienstagabend in einem Interview des staatlichen Fernsehens in Teheran ankündigte.

Ahmadinedschad sagte, der Iran sei bereit, einen Vertrag zum Uran-Austausch mit den Nuklearmächten abzuschließen. Niedrig angereichertes Uran könne dafür aus dem Iran auch ins Ausland gebracht werden, um dort weiter angereichert zu werden, sagte er. Dagegen hatte sich Teheran bislang beharrlich gesperrt.

Die US-Regierung reagierte mit Zurückhaltung. "Wenn der Iran etwas Neues zu sagen hat, sind wir bereit, zuzuhören", sagte ein Regierungsbeamter dem US-Onlinemagazin "Politico.com" am Dienstagabend (Ortszeit). "Wenn Herrn Ahmadinedschads Kommentare eine aktualisierte Position widerspiegeln, freuen wir uns darauf, wenn er die (Internationale Atomenergiebehörde) IAEA darüber informiert", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Mike Hammer. Man habe Teheran "in gutem Glauben ein ausgewogenes Angebot" gemacht.

Der Westen hatte den Iran seit Monaten gedrängt, einen Vorschlag zur Urananreicherung in Frankreich und Russland anzunehmen. Demnach sollte niedrig angereichertes Uran (3,5 Prozent) aus dem islamischen Staat im Ausland auf einen Anreicherungsgrad von 20 Prozent gebracht werden, um dann als Brennstoff für einen Forschungsreaktor in Teheran genutzt zu werden.

Uran mit einem Anteil von drei bis fünf Prozent des spaltbaren Isotops U 235 kann als Brennstoff in Kernreaktoren eingesetzt werden. Im Natururan kommt U 235 nur zu 0,7 Prozent vor. Bei einem Grad von 20 Prozent - wie vom Iran für medizinische Zwecke verwendet - gilt Uran bereits als hochangereichert. Technisch werden für den Anreicherungsprozess in der Regel Gaszentrifugen verwendet, von denen der Iran Tausende besitzt.

Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, heimlich am Bau der Atombombe zu arbeiten. Die Führung in Teheran hat das stets zurückgewiesen. Für den Bau von Atomwaffen ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent erforderlich.

Bislang hatte die iranische Führung darauf bestanden, dass der Austausch von niedrig angereichertem gegen höher angereichertes Uran in drei Phasen und auf iranischem Boden erfolgen sollte. Das lehnten sowohl die Internationale Atomenergiebehörde IAEA als auch die Weltmächte ab und drohten mit neuerlichen Sanktionen.

"Wir sind nicht dagegen, unser niedrig angereichertes Uran ins Ausland zu senden, weil wir eine konstruktive Zusammenarbeit wollen und weil wir jederzeit das niedrig angereicherte Uran wieder im Iran produzieren können", sagte Ahmadinedschad. Für seine Abkehr vom bisherigen Standpunkt nannte er "technische Gründe".

Die EU und die USA hatten zuletzt mit massiven Wirtschaftssanktionen gedroht. Unter anderem wollten die USA Firmen bestrafen, die Kraftstoff oder andere Erdölprodukte an den Iran liefern. Das islamische Land ist trotz seiner reichen Erdölvorkommen dringend auf Treibstoff aus dem Ausland angewiesen, weil die Raffineriekapazitäten nicht ausreichen. (dpa)

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letzte Änderungen: 24.5.2016 9:09