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"Arctic Sea" hatte laut Pressebericht Raketen für Iran an Bord - "Salzburger Nachrichten": Geschäft zwischen Teheran und Mafia





Wien, 4. September (AFP) - Der vorübergehend entführte
russische Frachter "Arctic Sea" hatte einem österreichischen
Medienbericht zufolge hochmoderne Boden-Luft-Raketen für den Iran
an Bord. Eine aus russischen Militärangehörigen bestehende
Mafia-Gruppe habe mit dem Land eine entsprechende Vereinbarung
getroffen, berichtete die Zeitung "Salzburger Nachrichten" vom
Freitag. Demnach wurden die Waffen vom Typ S-300 bei einer
Reparatur des Schiffes in der russischen Exklave Kaliningrad an
Bord gebracht. Der Jerusalem-Korrespondent des Blattes beruft sich
dabei auf gut informierte israelische Quellen, die in engem Kontakt
mit westlichen Geheimdiensten stünden.

Dem Bericht zufolge entschied Russland, den Frachter zu stoppen,
nachdem der Geheimdienst des Landes von einem westlichen
Nachrichtendienst Informationen über die Vereinbarung zwischen dem
Iran und der Mafia-Gruppe erhielt. Dies erkläre, warum die
angeblichen Piraten bei dem Überfall auf das Schiff, das
offiziellen Angaben zufolge nur Holz an Bord hatte, ein so großes
Risiko eingegangen seien. Als Beleg für ihre Version der Ereignisse
nannte die Zeitung außerdem einen Blitzbesuch des israelischen
Präsidenten Schimon Peres am 19. August in Russland, wo dieser nach
Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums Beweise für
Waffenlieferungen des Iran und Syriens an die Hamas und die
Hisbollah vorlegte.

Die Zeitung führte darüber hinaus an, dass Russland nach der
Befreiung des Frachters vor den Kapverden zwei große
Transportflugzeuge dorthin geschickt habe, obwohl nur 14
Besatzungsmitglieder und acht mutmaßliche Entführer nach Moskau
gebracht werden mussten.

Die "Arctic Sea" war am 23. Juli aus Finnland nach Algerien
aufgebrochen. Angeblich wurde sie von Piraten überfallen und
verschwand spurlos. Die mysteriöse Fahrt endete am 17. August vor
den Kapverden, wo ein russisches Kriegsschiff den Frachter
aufbrachte. Seither halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach das
Schiff Waffen an Bord hatte.



Teheran, 6. September (AFP) - Venezuela will dem Iran künftig
20.000 Barrel Benzin täglich liefern. Das kündigte der
venezolanische Staatschef Hugo Chávez am Sonntag bei einem Besuch
im Iran an. Die Lieferungen im Wert von insgesamt 800 Millionen
Dollar (560 Millionen Euro) würden im Oktober beginnen, sagte
Chávez in der Stadt Maschhad im Nordosten des Landes lokalen Medien
zufolge. Die Erlöse werde Venezuela nutzen, um im Gegenzug vom Iran
Ausrüstung und Technologie zu kaufen. Über welche Dauer die
Lieferungen erfolgen sollten, sagte Chávez nicht.

Der Iran ist zwar der zweitgrößte Erdölexporteur der OPEC, in
dem Land fehlt es aber an Raffinerien. Daher muss der Iran 40
Prozent seines Benzinbedarfs mit Importen decken.

Am Sonntagabend kam Chávez zu einem Besuch in Turkmenistan an.
Es ist die fünfte Etappe einer Reise des linksgerichteten
südamerikanischen Politikers, die ihn zuvor neben dem Iran bereits
nach Libyen, Algerien und Syrien führte. Auf dem Programm stehen
noch Besuche in Weißrussland, Russland und Spanien.

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letzte Änderungen: 24.5.2016 9:09